Als Foodfotografin kann man nie genug Stoffe, Tücher oder sonstige Textilien haben. Schon länger habe ich nach groben Leinenstoffen gesucht, die natürlich und rustikal wirken. In der Stoffkiste meiner Großmutter wurde ich schließlich fündig. Es ist zwar kein Leinen, aber doch so grob gewebt, dass der Stoff meinen Vorstellungen schon ziemlich nahe kam. Nur mit der Farbe, einem gelblichen Weiß, konnte ich mich noch nicht so recht anfreunden. Also war klar: ich muss färben.

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Natürlich kommt für mich keine Chemie in Frage, was an der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Färbemitteln aus der Natur aber überhaupt kein Problem ist. Die Hälfte des Stoffes habe ich noch mal in vier kleinere Stücke geschnitten, um etwa auf Serviettengröße zu kommen, die fürs Fotografieren optimal ist. Gefärbt wurde jeweils ein Tuch mit Schwarzem Tee, einem Mix aus Kräutern und Unkräutern und einer Mischung aus Cassis (Schwarze Johannisbeere) und Brombeere. Und so habe ich es gemacht:

Schwarztee
Gefiltertes Wasser im Topf aufkochen. Eine gute Handvoll Schwarztee dazugeben. Stoff ins Wasser tauchen. Der Stoff sollte vollständig mit Tee bedeckt sein. Auf niedrigster Stufe mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Stunden köcheln lassen. Einen Schuss Essig dazugeben. Gelegentlich umrühren.

Kräutermix
Kräuter sammeln. In meinem Fall waren es Löwenzahn, Salbei und Schöllkraut (Vorsicht, nicht zum Verzehr geeignet, da in größeren Mengen giftig!). Die Kräuter habe ich gewaschen, kleingeschnitten und mit kochendem Wasser zu einem Sud angesetzt (ca. 24 Stunden), um die färbenden Stoffe aus den Pflanzen herauszulösen. Diesen Sud habe ich am nächsten Tag wie oben beschrieben mit einem Schuss Essig aufgekocht und den Stoff hinzugegeben. Auf niedrigster Stufe mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Stunden köcheln lassen. Gelegentlich umrühren.

Cassis-Brombeere
In diesem Fall habe ich gefiltertes Wasser mit dem Saft Schwarzer Johannisbeeren und zwei Esslöffeln Brombeermarmelade (beides selbstgemacht) aufgekocht und einen Schuss Essig dazugegeben. Der Stoff wurde in die heiße Flüssigkeit gelegt und ebenfalls auf niedrigster Stufe mit geschlossenem Deckel etwa drei bis vier Stunden köcheln gelassen. Auch hier ist es wichtig, ab und an umzurühren, damit der Stoff gleichmäßig gefärbt wird und keine Falten entstehen.

Tipps
• Küchentür zu, Fenster auf und raus aus der Küche. Der Stoff und auch die Kräuter haben beim Kochen recht unangenehme Gerüche freigesetzt. Insbesondere beim Schöllkraut ist es vermutlich nicht sehr gesundheitsfördernd, diese Dämpfe über längere Zeit einzuatmen. Wer die Möglichkeit hat, kann alternativ auch mit einer Herdplatte im Freien färben.
• Zum Färben sollte man immer einen extra Topf verwenden, in dem sonst keine Speisen zubereitet werden. Insbesondere wenn mit Färbemitteln gearbeitet wird, die nicht zum Verzehr geeignet sind

Und das ist das Ergebnis:
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Gar nicht mal so schlecht für den ersten Versuch, oder?

Wer mehr Tipps und Tricks zum natürlichen Färben sucht, wird hier ganz sicher fündig: creative corner.


2 Thoughts on “Stoffe natürlich färben

  1. Vanessa on 12. August 2015 at 12:46 said:

    schöne Ergebnisse ! hast du die stoffe mittlerweile auch mal in der Waschmaschine gewaschen? ich denke das sich die Farbe vielleicht wieder auswäscht. Liebe Grüße Vanessa

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